Die IP Gesellschaften in Europa haben gemeinsam mit der RTL Group zum 15. Mal die jährliche Studie „Television – International Key Facts” veröffentlicht. Im Studienband sind Fakten, Daten, Entwicklungen und Highlights des Jahres 2007 von über 900 Fernsehsendern in Europa, Japan und den USA zusammengefasst.
Mit einer Sehdauer von durchschnittlich 225 Minuten pro Person und Tag (2006: 226 Minuten) war Fernsehen bei erwachsenen Europäern im intermedialen Vergleich das meistgenutzte Medium. Der Süden Westeuropas schaut mehr fern als der Norden: Spitzenreiter sind die Griechen (259 Minuten), die fast doppelt so oft den Fernseher einschalten wie die Schlusslichter, die Isländer (126 Minuten). Der deutsche Fernsehkonsum entspricht mit 223 Minuten dem westeuropäischen Durchschnitt. Die osteuropäischen Länder haben die höchste Fernsehnutzung in Europa: Zu den Vielsehern zählen die Serben (296 Minuten), Ungarn (273 Minuten) und Kroaten (272 Minuten). Weltweit unübertroffen ist mit 297 Minuten am Tag die Sehdauer der US-Amerikaner. Unterschiede in der Fernsehnutzung lassen sich beispielsweise auf Sendervielfalt und Programmangebot, Tagesabläufe und kulturelle Unterschiede sowie soziale und politische Events von nationalem Interesse wie Sportereignisse oder Wahlen zurückführen. Die „gesamteuropäische Primetime“ liegt in der Woche zwischen 19.00 und 22.00 Uhr.
Seit der ersten Key Facts-Erhebung im Jahr 1994 zählt Fernsehen zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen und auch der weltweite Zuschauergeschmack ist ähnlicher geworden: Zu den erfolgreichsten Serien gehörten „Dr. House“, „Desperate Housewives“ und „CSI: Miami“. Die Castingshow „Pop Idols“ (in Deutschland: „Deutschland sucht den Superstar“) war abermals der globale Dauerbrenner. Mit den Nachbarn Niederlande und Belgien teilte Deutschland 2007 die Begeisterung für „The Farmer wants a wife“ (in Deutschland: „Bauer sucht Frau“).
Die Digitalisierung schreitet in Europa dank der zunehmenden terrestrischen Verbreitung digitaler Free-TV-Sender mit großen Schritten voran. 2007 empfingen 40,8 Prozent der EU-Haushalte ihr Fernsehprogramm über die digitalen Verbreitungswege Satellit (42 Prozent), Terrestrik (38 Prozent), Kabel (16 Prozent) und das Internet / IPTV (4 Prozent). Den höchsten Digitalisierungsgrad in Europa hat erstmals Finnland mit 88,0 Prozent vor Großbritannien mit 83,2 Prozent. Deutschland liegt mit 29,7 Prozent deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt. In den skandinavischen Ländern ist die Digitalisierung im Gegensatz zu den osteuropäischen Ländern sehr weit fortgeschritten. Nach Island und Teilen von Norwegen wurde das analog terrestrische Fernsehen 2007 in Finnland und Schweden abgeschaltet.
Der Fragmentierung der Medienlandschaft wirken viele große Medienkonzerne mit „Senderfamilien“ entgegen. Durch die Bündelung des Hauptsenders der ersten Generation mit komplementären Kanälen der zweiten Generation, Zielgruppen- oder Nischenkanälen und Kanälen auf neuen Plattformen wollen die Medienkonzerne Marktanteile halten. Weitere On-Demand-Angebote und digitale Fernsehprogramme werden den Fernsehkonsum in den nächsten Jahren steigen lassen. Zuschauern wird das digitale Fernsehen der Zukunft neue Funktionen wie Interaktivität oder Targeting bieten. Handy-TV, der fünfte Verbreitungsweg, etabliert sich in Europa – im Gegensatz zu Japan und Südkorea – aufgrund von Kosten, Technik und schlechter Bildqualität nur langsam.
Die Studie „Television – International Key Facts” können Sie zum Preis von 300 Euro direkt bei waltraut.scherbaum@ip-deutschland.de bestellt werden. Für buchende Kunden der IP Deutschland ist die Studie kostenlos.
20.11.08
IP und RTL Group veröffentlichen die 15. „Television – International Key Facts“
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markus_200
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Donnerstag, November 20, 2008

